Norwegen - Es geht in den Sognefjord
Am Sonntagmorgen gegen neun Uhr trafen sich am Hamburger Flughafen 5 HVSler:innen für ihren Flug. Es sollte die Flucht aus der zu diesem Zeitpunkt ganz Mitteleuropa erdrückenden Hitze werden. Wo in Hamburg das Flugzeug bei 30 Grad bestiegen wurde, waren es in Bergen schon deutlich angenehmere 20 Grad. Nach einer kurzen Fahrt vom Flughafen erreichten wir unser Zuhause für die nächsten drei Wochen, die Haspa im Hafen von Hjellestad, einem idyllischen Vorort von Bergen. Durch verschiedene Flugverspätungen verzögerte sich das finale Zusammenkommen der achtköpfigen Crew noch bis Montag, sodass wir die erste Nacht noch in aller Ruhe im Hafen von Hjellestad verbracht haben und uns schonmal in kleinerer Runde bei zwei Wahrheiten einer Lüge kennengelernt haben. Am Morgen des Montags machten wir uns dann auf den Weg in den Bergener Stadthafen. Nach einer Ausfahrt aus dem Hafen, die uns mit unmarkierten Untiefen und engen Durchfahrten schonmal auf die Herausforderungen des Reviers einstimmte, konnten wir einen schönen Segeltag bei moderaten Windverhältnissen und Regenfeldern, die großzügig nur am Horizont vorüber zogen, genießen. In Bergen angekommen verblieb, neben den Erledigen letzter Einkaufsarbeiten und dem Willkommenheißen der verbleibenden Crewmitglieder, noch Zeit für einen Spaziergang durch die Bergener Altstadt. Beim Abendessen folgte die ernüchternde Erkenntnis, dass die Windvorhersage für die nächsten Tage doch noch zu wünschen übrig ließ. Davon unbeeindruckt machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg gen Norden und wurden für frühes Aufstehen von unvorhergesagten Wind belohnt. Irgendwann passten die Winkel auch für den A6 und auch wenn die Logge keinen großen Unterschied zeigte, war die Freude über die abgewendeten “15-Stunden-Motoren” nun allemal allen Gesichtern deutlich anzusehen. So ging es gut voran, durch doch recht anspruchsvoll zu navigierende Gewässer. Oft zeigte der Tiefenmesser nichts, doch wenn er etwas zeigte, kam vom Skipper wiederholt der Satz “Ab 70 Meter werde ich nervös” — hier wartete im Zweifel kein weicher Ostseesand, sondern harter, scharfer Granit. Dieser machte das Segeln durch schmale Passagen zwischen kleinen Eilanden, die übergroße Bergrücken auf sich trugen, dafür aber auch zu einem visuellen Genuss und Ausrufe des Beeindruckt seins waren allzuoft auf Deck zu vernehmen. Am späten Nachmittag hatten wir dann die Einfahrt zum Sognefjord erreicht. Recht zeitnah wurden die abgerundeten Inselstrukturen von steilen Felswänden abgelöst. Der Wind schlief zunehmend ein, blieb aber segelbar, das Wasser wurde glatt und der Fjord leerte sich von jeder Schiffahrt, außer der Haspa. Es war wirklich eine spezielle Kreuz, durch eine spektakuläre Landschaft, die der ersten Wache dieser Nacht vergönnt war. Gegen 22 Uhr mussten wir uns dann doch eingestehen, dass dreieinhalb Knoten Wind nicht mehr produktiv segelbar sind und die wunderbare Stille vom Brummeln des Motors durchbrochen werden musste, damit wir unser Ziel für diese Nacht, Høyanger, noch vor Anbruch des nächsten Tages erreichen können. Die helle Nacht machte uns jedoch auch das Motoren angenehmer, da sie uns bis zu unserem Anlegen um drei Uhr, unvergessliche Fjordpanoramen vergönnte.
Der folgende Morgen wurde erst spät begonnen, das Frühstück gestaltete sich dafür umso reichhaltiger, schließlich stand für diesen Tag eine kleine Wanderung auf dem Programm. Zuerst etwas mühsam über Asphalt, danach schön durch die Natur auf einem Singletrail, ging es hinauf zu einem Staudamm auf 620 m. Die Ausblicke waren spektakulär, die Haspa im Hafen unten im Fjord wirkte fast wie ein Spielzeugboot und die Crewmoral und ihr Zusammenhalt war gestärkt. Am Abend entschieden wir uns dann noch dazu uns nach Vik auf der anderen Seite des Sognefjords zu verlegen. Beim Anlegebier und -wein haben wir dann noch etwas über fucus vesiculusos, fucus spiralis und laminaria digitata gelernt, mussten ob der auch um halb eins noch vorhandenen Helligkeit dann doch aufpassen uns nicht zu verquatschen und noch den Weg in die Kojen zu finden.
Am Donnerstag erreichte uns nun schlussendlich das berüchtigte norwegische Wetter. Mehr folgt in den kommenden Tagen….






